Spatenstich für neues Labor- und Hörsaalgebäude am künftigen Universitätsstandort Straubing

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Spatenstich für neues Labor- und Hörsaalgebäude

Heute, am 22. Mai 2017, fiel am Straubinger Donauufer der Startschuss für das nächste Gebäude des Wissenschaftszentrums Straubing. Mit einem  Spatenstich brachten der Bayerische Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle und Staatssekretär Bernd Sibler vom Ministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst sowie Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der Technischen Universität München, und Markus Pannermayr, Oberbürgermeister der Stadt Straubing, das neue Labor- und Hörsaalgebäude für nachhaltige Chemie am Donauufer auf den Weg.

„Der heutige Spatenstich ist ein zukunftsweisender Schritt für den Wissenschafts- und Hochschulstandort Straubing“, so Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle. „Nach dem Ausbaukonzept 3.0 werden wir bis 2019 in Straubing insgesamt 1000 Studienplätze schaffen. Dazu werden wir in den nächsten Jahren vier Bachelor- und vier Masterstudiengänge in Straubing einrichten und knapp 80 neue Stellen schaffen.“ Allein im Doppelhaushalt 2017/2018 sei die Hälfte der Stellen bereits ausgewiesen. „Lehre und Forschung in Straubing sollen unter dem Dach der Eliteuniversität TU München angesiedelt werden – mit der Möglichkeit der Verleihung der Promotion“, zeichnete Minister Spaenle die Planungen für die künftige „Universitätsstadt“ Straubing. Eine entsprechende Gesetzesvorlage liegt dem Landtag zur Beratung vor. Eine privilegierte Rolle werde dabei auch künftig die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf spielen. Minister Spaenle wertete die Genese des Wissenschaftszentrums Straubing als eine einzigartige „Erfolgsgeschichte“. Die Fokussierung der wissenschaftlichen Arbeit auf „Nachwachsende Rohstoffe“, wie sie in Straubing 2001 in dem Kompetenzzentrum realisiert wurde, erweise sich aus heutiger Sicht als geradezu visionär.

Das Bauprojekt hat ein Kostenvolumen von 40,5 Millionen Euro und wird vom Staatlichen Bauamt Passau baufachlich betreut. Im neuen Gebäude werden Büroräume, Seminarräume, Hörsäle, Ausbildungs- und Forschungslabore eingerichtet. Im Zuge des Ausbaus des Wissenschaftszentrums Straubing, das ab Oktober 2017 als „TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit“ voll in die Technische Universität München integriert wird, sollen im neuen Gebäude vier Lehrstühle untergebracht werden. Diese Professuren für „Mikrobiologie“, „Organische Chemie und Mikroreaktionstechnologie“, „Verbundwerkstoffe“ und „Verfahrenstechnik“ arbeiten experimentell und benötigen eine besonders aufwändige technische Ausstattung. Dazu stehen 940 Quadratmeter Bürofläche und 1.150 Quadratmeter Laborfläche zur Verfügung. Von den bisher genutzten Gebäuden am Wissenschaftszentrum wird der Neubau das erste Gebäude sein, für das von Anfang an Unterrichtsräume vorgesehen sind. So wird das Gebäude über einen großen teilbaren Hörsaal für 300 Personen und Seminarräume mit insgesamt 200 Plätzen sowie Praktikumsräume mit 107 Plätzen verfügen.

Der Gebäudeentwurf berücksichtigt auch die besondere Grundstückssituation. Der parallel zur Uferstraße angeordnete Neubau liegt im Überschwemmungsgebiet der Donau und ragt auf Betonpfählen aufgeständert über die bestehenden Hochwasserschutzmauer hinaus. Die frühere Nutzung des Baugeländes als Mülldeponie wird ebenfalls berücksichtigt. Die frei durchlüftete Parkebene unter dem aufgeständerten Gebäude ist ohne Bodenversiegelung vorgesehen, um auch weiterhin ein ungehindertes Ausgasen der Deponie zu gewährleisten.

Die Außenabmessungen des neuen Labor- und Hörsaalgebäudes betragen 36 Meter in Nord-Süd-Richtung und 94 Meter in Ost-West-Richtung. Die Gebäudehöhe beträgt 16,50 Meter. Durch die vorhandene Hochwasserschutzmauer an der Uferstraße, welche das Grundstück nach Süden begrenzt, tritt das Gebäude jedoch nur mit einer Höhe von etwa 13,50 Meter in Erscheinung. Die Tragkonstruktion des Neubaus besteht aus Stahlbetonflachdecken und Stahlbetonstützen.

Da es sich beim Neubau um eine Erweiterung des Wissenschaftszentrums Straubing im Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe (KoNaRo) handelt, werden umweltschonende und emissionsarme Materialien sowie nachwachsende Rohstoffe verwendet. Die Schmalseiten des Gebäudes, und die äußere Hörsaalwand sind als Dämmbetonkonstruktionen (Leichtbeton) vorgesehen. Die Fassaden der Längsseiten bestehen aus Holzrahmenkonstruktionen und Holz-Glaskonstruktionen mit außenliegenden Verschattungselementen. Die Seitenwände des Hörsaals erhalten ebenfalls Holz-Glasfassaden. Für den Innenausbau der Hörsäle und Seminarräume sind vorwiegend Holzmaterialien vorgesehen.

Im Neubau für Nachhaltige Chemie sollen darüber möglichst geringe CO2-Emissionen realisiert werden. Eine hohe Energieeffizienz wird erreicht durch einen verminderten Energiebedarf, energieeffiziente technische Anlagen und die Nutzung regenerativer Energien. Auf den Dachflächen sind Photovoltaikelemente vorgesehen. Des Weiteren wird ein Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Energieerzeugung verwendet.

Schwerpunkte Biotechnologie und Nachhaltigkeit

Am Wissenschaftszentrum Straubing, dem künftigen „TUM – Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit“, setzen Forscher und Studierende auf „Nachwachsende Rohstoffe“ (NawaRo) statt auf Erdöl, Kohle und Erdgas. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit am Campus stehen die Forschung und Studium zum Anbau, zur chemisch-stofflichen Nutzung und zur energetischen Verwertung „Nachwachsender Rohstoffe“. Zudem werden ökonomische Aspekten rund um die Erzeugung, Vermarktung und Verwendung von „Nachwachsenden Rohstoffen“ untersucht.

Mit dem Bachelor- und Master-Studiengang „Nachwachsende Rohstoffe“ bereiten sich Studierende auf eine Karriere als Ingenieur, Chemiker oder Betriebswirtschaftler vor. Zum Wintersemester 2017/18 starten die drei neuen Studiengänge Chemische Biotechnologie (Bachelor), Technologie- und Managementorientierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Nachwachsende Rohstoffe (Bachelor) und sowie Biomassetechnologie (Master) als gemeinsamer Studiengang mit der Universität für Bodenkultur Wien. Im Wintersemester 2018/19 folgt der Studiengang Bioökonomie, als erster Bachelorstudiengang zu diesem Thema in Deutschland.

WZS-Pressemitteilung | 23.05.2017