Ministerrat Kabinettssitzung in der Staatskanzlei Foto: Andreas Heddergott

Ministerrat Kabinettssitzung in der Staatskanzlei
Foto: Andreas Heddergott

Ministerrat beschließt Gesetzentwurf – TUM-Präsident Wolfgang Herrmann nennt Entscheidung „Superding“

Ab Oktober dieses Jahres darf sich Straubing Universitätsstadt nennen. Das bayerische Kabinett verabschiedete am Dienstag in München einen Ge­setzentwurf, nach dem der Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit vierter Standort der Technischen Universität München (TUM) wird. Der Campus Straubing soll zum 1. Oktober dieses Jahres gegründet werden.

Bereits ab diesem Zeitpunkt star­ten die ersten Bachelor-Studien­gänge in Natur- und Ingenieurwis­senschaften, sagte Staatskanzleiminister Marcel Huber (CSU). In Straubing sollen die Studierenden respektive Absolventen auch den Master und den Doktorgrad erwer­ben können. Bis 2019 sollen 1000 Studienplätze zur Verfügung ste­hen. Davon werde nicht nur die Re­gion Straubing, sondern Bayerns Wissenschaft und Wirtschaft weit darüber hinaus profitieren, erklärte Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU).

Das derzeitige Wissenschaftszen­trum Straubing ist eine Kooperati­onseinrichtung von sechs bayeri­schen Hochschulen. Das wird sich jetzt ändern. Die „privilegierte Partnerschaft“ mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf werde weitergeführt. Was mit den Kooperationen mit den Hochschulen Re­gensburg, Deggendorf und Lands­hut werde, ,,muss man sehen“, for­mulierte Staatskanzleichef Huber. Die Kooperation mit diesen Hoch­schulen habe „nicht wie gewünscht“ funktioniert, sagte TUM­-Präsident Wolfgang Herrmann.

Herrmann sprach von einer „her­vorragenden Sache“ und einem „Superding für Straubing“. Damit werde das Wissenschaftszentrum Straubing unter dem Dach der Technischen Universität München eine eigenständige Einrichtung mit eigenem Rektor, eigener Verwaltung und eigenständigem Promotions­recht. ,,Technische Hochschule München – Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltig­keit“ wird sie offiziell heißen.

Damit erhalte der Campus fakul­tätsähnliche Rechte, welche die akademische Eigenständigkeit ge­währleisteten, unterstrichen auch die örtlichen CSU-Landtagsabge­ordneten Josef Zellmeier und Hans Ritt. ,,Die Kombination aus der weltweit renommierten TU München und der lokalen Verortung des Campus ist ein äußerst gelungenes Konstrukt.“ Es werde dem Standort Straubing rasch zusätzliche Strahl­kraft verleihen und das Renommee auf dem Gebiet der nachwachsen­den Rohstoffe noch weiter steigern, erwarten die Parlamentarier.

Die beiden Landtagsabgeordne­ten erinnerten daran, dass mit der Entscheidung für Straubing der Be­schluss der Staatsregierung anläss­lich ihrer Klausurtagung vom Juli 2016 umgesetzt werde. Nach der ersten Behandlung im Kabinett werden nun die Stellungnahmen von Verbänden und Hochschulen eingeholt. Dann folgen eine weitere Beratung und die Zuleitung an den Bayerischen Landtag.

Bericht aus der Kabinettssitzung vom 7. März 2017

Quelle: Straubinger Tagblatt, 08.03.2017
Foto: Bayerische Staatsregierung, Andreas Heddergott