Ab Herbst in Straubing: Bachelor Technologie- und Managementorientierte Betriebswirtschaft. Prof. Klaus Menrad wirbt für den bewährten TUM-Studiengang, der im Herbst auch in Straubing startet. (Foto: pehe)

Ab Herbst in Straubing: Bachelor Technologie- und Managementorientierte Betriebswirtschaft

Die Branche der nachwachsenden Rohstoffe ist groß, und sie wächst immer weiter. Die unterschiedlichsten Unternehmen arbeiten bereits heute mit umwelt- und klimaschonenden Material- und Energiequellen. In Zeiten des Klimawandels und der endlichen fossilen Ressourcen werden es immer mehr werden.

Das nötige Knowhow, um solche Unternehmen zu führen, vermittelt ab Herbst der Bachelorstudiengang Technologie- und Managementorientierte Betriebswirtschaft (TUM-BWL) am Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit der Technischen Universität München (TUM). Dabei ist der Studiengang selbst nicht neu: Ihn gibt es schon seit einigen Jahren an den TUM-Standorten München und Garching bei München, wobei die Studierenden bisher zwischen den fünf Schwerpunkten Chemie, Elektro- und Informationstechnik, Informatik, Maschinenwesen und Computer Engineering wählen konnten. Nun kommt mit Nachwachsende Rohstoffe am Standort Straubing ein weiterer möglicher Schwerpunkt hinzu.

TUM-BWL ist stärker managementorientiert als Studiengänge in BWL oder Wirtschaftsingenieurwesen an anderen Hochschulen, erklärt Klaus Menrad, Direktor des Wissenschaftszentrums Straubing und Professor für Marketing und Management Nachwachsender Rohstoffe der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, im Gespräch mit Zeitung des Straubinger Tagblattes. Zwar dominieren wirtschaftliche Fächer den Stundenplan mit etwa 70 Prozent. Durch die naturwissenschaftlichen und technischen Grundlagen, die ebenfalls vermittelt werden, gewinne das Studium aber eine große inhaltliche Bandbreite. Der Bachelorabschluss befähige zu Managementfunktionen in Unternehmen der Energiewirtschaft, der chemischen Industrie, in Pharma- oder Biotechnologiefirmen, sagt Menrad.

Inhaltlich sind die ersten vier Semester des sechssemestrigen Studiengangs von ökonomischen Grundlagen geprägt. Dazu gehören zum Beispiel Managementlehre, Buchführung, Rechnungswesen, Kostenrechnung, aber auch Wirtschaftsethik, Wirtschaftsrecht oder Volkswirtschaftslehre. Parallel werden die Studierenden mit den mathematischen, physikalischen, chemischen und technischen Grundlagen des Geschäfts mit nachwachsenden Rohstoffen vertraut gemacht. Ab dem vierten Semester haben sie viele Freiräume und können einen Teil ihrer Fächer selbst bestimmen.

Freiraum im Projektstudium

Im fünften Semester steht dann das Projektstudium auf dem Programm. Welches Projekt die Studierenden verfolgen, können sie selbst entscheiden: Das können zusätzliche Wahlmodule sein, ein Auslandssemester, Praktika oder Kleingruppenprojekte in Unternehmen oder Institutionen. In jedem Fall wird immer ein Professor das Projektstudium akademisch begleiten. Mit der Bachelorarbeit schließt das Studium ab.

Wer möchte, kann nach dem Bachelorabschluss gleich noch einen englischsprachigen Master drauf-setzen: Sustainable economy and innovation (Nachhaltige Wirtschaft und Innovation) soll bereits ab 2019 in Straubing angeboten werden. Beim Bachelorstudiengang ist die Unterrichtssprache noch vorwiegend Deutsch, wobei auch hier schon einzelne Module in englischer Sprache unterrichtet werden.

Der TUM-BWL-Bachelor mit Schwerpunkt Nachwachsende Rohstoffe in Straubing ist voll integriert in das Gesamtkonzept TUM-BWL. Wer also nach zwei Semestern in Straubing entdeckt, dass er doch einen anderen Schwerpunkt belegen möchte, kann problemlos nach München oder Garching wechseln –und umgekehrt ist das genauso möglich, erklärt Prof. Menrad. In den gemeinsamen Pflichtmodulen, die sowohl in Straubing als auch in München angeboten werden, wird es auch einheitliche Prüfungen an denselben Terminen geben.

Bewerber für TUM-BWL müssen die allgemeine Hochschulreife vorweisen. Wer keine besonders guten Noten hat, muss ein Eignungsfeststellungsgespräch absolvieren. Für den Schwerpunkt Nachwachsende Rohstoffe finden diese Gespräche am 9. und 10. August in Straubing statt. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 15. Juli.

Die TUM wirbt mit einer guten Betreuungsrelation, neuen Hörsälen und Laboren, stilvoll renovierten historischen Gebäuden, kurzen Wegen in die Innenstadt und an die Donau sowie vergleichsweise günstigen Wohnungsmieten für den Standort Straubing. Außerdem ermögliche die enge Zusammenarbeit mit ortsansässigen Institutionen wie dem Technologie- und Förderzentrum, dem Centralen Agrar-Rohstoff-Marketing- und Energie-Netzwerk und dem Fraunhofer-Institut Einblicke in die Forschung und berufliche Perspektiven.

Quelle: Straubinger Tagblatt, 01.07.2017
Autor/Foto: Markus Peherstorfer